Alarmtheater Bielefeld



21. Dezember 2016

Meinen Hass
bekommst du nicht!

 
Was mir bleibt:

Mein Hass, so zornig, zackig, feurig, rot.
Den bekommst du nicht.
Das ist das einzige was mir bleibt,
was du mir nicht nehmen kannst
und was du niemals bekommen wirst.
Ich werde dich anschweigen, anblicken.

Mein eigener Krieg bleibt bei mir,
dringt nicht zu dir hindurch.
Ich wende meinen Blick von dir.
Zu mir.

Denn meinen Hass bekommst du nicht,
ob du es willst oder nicht.
Mein Hass, der bleibt ganz in mir selbst,
bis er in sich selbst zerfällt.
Und nichts mehr zerstört.
Ihn keiner mehr hört.

Mein Hass,
der will auch gar nicht raus.
Denn Terror,
den muss ich nicht mehr sähen,
Und fragst du mich jetzt:
Was machst du denn damit?
So antworte ich dir:
Ich gebe ihm Zeit, meinem Hass,
zu reden, aber nur mit mir allein.
Fern von allen ander'n.

So kann der Hass einfach nur sein
und nicht mehr werden.
Denn der Hass als solches ist nicht das Problem.
Das was du mit ihm machst.
Und an wen du ihn wendest.
Wem du die Schuld dafür gibst.

Aber ich, ich lass ihn einfach sein in mir.
Und eines Tages,
da bin ich mir sicher,
da wird etwas anderes an seiner Stelle gedeih'n.

Und er wird kommen dieser eine Tag,

Was ist Menschlichkeit und wo hört sie auf,
hört sie überhaupt irgendwo auf?

                                          Text von Linda, gekürzt

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